Projekt Feuer & Eis – Skibesteigung der Vulkane am Ring of Fire

USA, Russland, Chile, Japan und Patagonien – Astrid Därr und Martin Völker besteigen die aktiven Vulkane am Pazifischen Feuerring mit Tourenski.

Rund um den Pazifik reihen sich mehr als 450 Vulkane am sogenannten Pazifischen Feuerring hufeisenförmig aneinander. Die Besteigung einiger der aktivsten Vulkane der Welt auf den indonesischen Inseln Java, Bali, Lombok, Sumbawa und Flores entfachte meine Leidenschaft für die Feuerberge. Steil aufragende Vulkankegel, rauchende Schlote, heiße Quellen, stinkende Fumarolen, bizarre Lavaformationen – und dazwischen perfekt geneigte Schneehänge. Als begeisterte Skibergsteiger lag es für mich und meinen Partner Martin Völker nahe, beide Leidenschaften miteinander zu verbinden: Vulkane und Schnee. An Schnee mangelt es zwar in Indonesien, dafür gibt es davon in Russland, Japan und Amerika umso mehr. Die Besteigung der Vulkane am Ring of Fire ohne Helikopter, Lifte oder Seilbahnen – oft auch ohne Hütten für Verpflegung und Unterkunft – verspricht nicht nur großes Abenteuer sondern auch einige Strapazen. Belohnt werden wir mit grandiosen Ausblicken in aktive Krater, mit endlosen Firnabfahrten und einsamen Zeltnächten am Berg.

 

Teil 1, Mai 2014: Cascade Range, USA

Die Cascade Range, eine Kette einzeln stehender Schichtvulkane, erstreckt sich von British Columbia in Kanada parallel zum Pazifik bis nach Nord-Kalifornien in den USA. Auf einem Trip quer durch Washington, Oregon und Kalifornien bestiegen wir die Vulkane Mount Baker (3286 m), Mount Adams (3743 m), Mount Hood (3429 m), Mount St. Helens (2555 m) und Mount Shasta (4322 m) - und wedelten über steile Gletscherflanken wieder ins Tal. Mangels Berghütten schleppten wir neben Pickel, Steigeisen etc. auch noch Zelt und Verpflegung und richteten einsame Hochlager mit 360° Panorama am Vulkan ein. Während wir auf fast 3000 m Höhe Trockenfutter löffelten und Schnee zu Trinkwasser schmolzen, lockten nach der Tour "Big Bear Burger" und dünner Kaffee im 1 Liter-Becher. Statt im Motel zu übernachten, campten wir unter mächtigen Redwood-Bäumen und wuschen uns in eiskalten Gletscherbächen.

 

Teil 2, April 2015: Kamtschatka, Russland

Vulkane, heiße Quellen, meterhoher Schnee. Auf der Suche nach dem ultimativen Skiabenteuer auf der Halbinsel Kamtschatka erlebten wir nicht nur sibirische Eisstürme, Fußbodenheizung am Kraterrand des aktiven Vulkans Avachinsky, jungfräuliche Pulverabfahrten im Birkenwald und Ausblicke auf endlose Wildnis sondern auch die Skurrilität des Lebens im östlichsten Winkel Russlands. Wo sonst gleitet man nach der Skitour auf einer Schneerutsche direkt in den heißen Thermalpool? Wo sonst kauft man zwischen maroden Plattenbauten kiloweise Kaviar und Lachs ein? Wo sonst schlagen die Wogen des Pazifiks an eine zwei Meter hohe Schneewand? Und nirgendwo sonst findet man Quartier in einer alten vulkanologischen Station, die aussieht wie Villa Kunterbunt und deren beindicke Heizungsrohre bei –17°C Außentemperatur sogar das Plumpsklo kuschelig warm halten. Mit dem verrückten russischen Skiguide Andrej, der nur Schuss fahren kann, ging es durch höllischen Bruchharsch und himmlischen Powder am Ende der Welt.

 

Teil 3: Chile im Oktober 2015

Grüner Regenwald voller Epiphyten und Flechten. Mächtige Araukarien, deren stachelige Äste den Himmel durchstechen wie Krakenarme. Dichtes Bambusgestrüpp, auf dessen Blättern Eiskristalle im Morgenlicht glitzern. Über unseren Köpfen: ein kreischender Schwarm Sittiche im Wipfel einer Südbuche. Es würde sich anfühlen wie eine Trekkingtour in den Tropen, wäre da nicht der schneeweiße Kegel eines Vulkans vor uns. Mit Mietwagen und Zelt ging es im Oktober 2015 auf einen Roadtrip von Santiago de Chile südwärts bis nach Puerto Montt. Trotz El Niño mit viel Regen und Sturm gelang uns die Besteigung von acht aktiven Vulkanen, darunter Lanin (3776 m), Osorno (2652 m) und Llaima (3125 m).


Teil 4: Japan im April 2016

Im Frühjahr 2016 standen besonders exotische Skitouren auf dem Programm: In den nördlichen japanischen Alpen stiegen wir zwischen dampfenden Schwefelfumarolen (Vorsicht: gelber Schnee!) zu Shinto-Schreinen auf. Auf dem Gipfel des heiligen Fujiyama (3776m) genossen wir den Blick in den Krater im Gegensatz zum Sommer fast alleine. In den Hütten übernachteten wir auf Tatamimatten, erholten uns nach der Skitour im heißen Quellwasser (Onsen) und verspeisten schon zum Frühstück kalten Fisch und Misosuppe.

Snow Wall, Japan

Japanese Alps

Fuji, Astrid Daerr

Fuji, Japan, summit

Teil 5: Patagonien 2017

Mit unserem 30 Jahre alten Toyota Land Cruiser werden wir im Herbst 2017 auf der Suche nach den schönsten Vulkanen vier Monate lang mit Ski durch Patagonien reisen.

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